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Wasserdichtheit einer Rolex: Was die Angaben bedeuten und wie Sie sie erhalten

Chronaro Editorial · · 4 Min. Lesezeit

Rolex Datejust 41 126303 in Gelb-Rolesor – Seitenansicht mit Krone

Das Oyster-Gehäuse von 1926 gilt als erste wasserdichte Armbanduhr, und Wasserdichtheit gehört bis heute zum Kern jeder Rolex. Trotzdem ist sie keine Eigenschaft, die eine Uhr für immer besitzt. Sie hängt von der verschraubten Krone ab, von Dichtungen, die altern, und davon, wie die Uhr behandelt wird. Dieser Beitrag erklärt, was die Angaben bedeuten, was Sie Ihrer Uhr zumuten können und wie Sie die Wasserdichtheit über Jahre erhalten.

Was die Angaben bedeuten

Auf dem Zifferblatt oder in den Spezifikationen einer Rolex steht eine Wasserdichtheit in Metern: 100 Meter bei den meisten Oyster-Modellen, 300 Meter bei der Submariner, 1.220 Meter bei der Sea-Dweller, 3.900 Meter bei der Deepsea. Einige klassische Modelle außerhalb der Oyster-Linie sind mit geringeren Werten angegeben.

Diese Angaben beschreiben den Druck, dem die Uhr bei der Prüfung standhält, gemessen als Wassersäule. Sie sind kein Freibrief für jede Tätigkeit in dieser Tiefe, sondern ein Maß für die Reserve. Eine Uhr mit 100 Metern ist für Schwimmen, Schnorcheln und Duschen ausgelegt, nicht für professionelles Tauchen. Für das Tauchen sind die Taucheruhren mit ihren höheren Werten, ihrer Lünette und ihren Schließen gebaut.

Die Krone: das wichtigste Bauteil

Die Wasserdichtheit einer Rolex steht und fällt mit der verschraubten Krone. Rolex nennt die Systeme Twinlock und Triplock, je nach Zahl der Dichtungszonen; Taucheruhren tragen die Triplock-Krone mit drei Dichtungszonen. Beide funktionieren nur, wenn die Krone vollständig eingeschraubt ist.

Machen Sie es sich zur Gewohnheit: Nach jedem Einstellen oder Aufziehen die Krone mit leichtem Druck im Uhrzeigersinn einschrauben, bis sie nicht weiter geht. Eine halb geöffnete Krone ist die häufigste Ursache für Feuchtigkeit im Gehäuse, und sie ist vollständig vermeidbar. Bei der Daytona gilt dasselbe für die verschraubten Drücker.

Was Sie Ihrer Rolex zumuten können

Mit verschraubter Krone können Sie mit einer Rolex der Oyster-Linie bedenkenlos:

  • Hände waschen und duschen,
  • schwimmen, im Meer und im Schwimmbad,
  • schnorcheln,
  • bei Regen und Schnee draußen sein.

Vorsicht geboten ist bei:

  • heißem Wasser, Sauna und Dampfbad: Temperaturschwankungen belasten die Dichtungen und können Kondensation im Gehäuse verursachen,
  • Sprüngen ins Wasser aus großer Höhe: Der kurzzeitige Druck kann höher sein, als man denkt,
  • Hochdruckreinigern und Wasserstrahlen: Sie erzeugen punktuell hohen Druck,
  • Seife, Duschgel und Sonnencreme: Sie greifen Dichtungen auf Dauer an. Nach dem Kontakt mit klarem Wasser abspülen.

Betätigen Sie niemals die Krone oder die Drücker einer Daytona unter Wasser.

Nach dem Baden

Salzwasser und Chlor hinterlassen Rückstände. Spülen Sie die Uhr nach dem Baden mit klarem Süßwasser ab, bei verschraubter Krone, und trocknen Sie sie mit einem weichen Tuch. Bei Uhren mit drehbarer Lünette drehen Sie die Lünette dabei einige Male, damit Salz aus dem Mechanismus gespült wird. Mehr zur Reinigung im Beitrag Rolex reinigen und pflegen.

Dichtungen altern

Dichtungen bestehen aus Materialien, die mit der Zeit altern, auch wenn die Uhr nicht getragen wird. Deshalb werden sie bei jeder Revision ersetzt, und die Wasserdichtheit wird geprüft. Wer seine Uhr regelmäßig im Wasser trägt, sollte die Wasserdichtheit zwischen den Revisionen gelegentlich prüfen lassen, etwa vor einem Urlaub am Meer oder nach einem harten Stoß. Eine solche Prüfung ist schnell erledigt und deutlich günstiger als eine Reparatur nach einem Wasserschaden. Wie oft eine vollständige Revision nötig ist, erklärt der Beitrag Revision und Service-Intervall.

Vor dem Urlaub: eine kurze Checkliste

Bevor Sie mit Ihrer Rolex an den Strand fahren, lohnen fünf Minuten. Prüfen Sie, ob sich die Krone sauber und vollständig einschrauben lässt. Schauen Sie, ob das Glas unbeschädigt ist und ob unter dem Glas Staub oder Beschlag zu sehen ist. Überlegen Sie, wann die letzte Revision oder Dichtheitsprüfung war — liegt sie viele Jahre zurück, lassen Sie die Uhr vorher prüfen. Und nehmen Sie ein weiches Tuch mit, um die Uhr nach dem Baden abzuspülen und zu trocknen.

Anzeichen für ein Problem

Beschlägt das Glas von innen, bildet sich Kondenswasser unter dem Glas oder sind Wassertropfen sichtbar, ist sofortiges Handeln nötig. Legen Sie die Uhr nicht auf die Heizung, sondern bringen Sie sie so schnell wie möglich zu einer Servicestelle. Feuchtigkeit im Werk führt in kurzer Zeit zu Korrosion, und je schneller die Uhr geöffnet und getrocknet wird, desto geringer ist der Schaden.

Wasserdichtheit und Garantie

Die Herstellergarantie deckt Mängel der Fertigung, nicht Schäden durch unsachgemäße Handhabung wie eine offene Krone unter Wasser. Auch unsere eigene Garantie schließt Wasserschäden bei nicht bestimmungsgemäßer Nutzung aus. Die Bedingungen stehen unter Garantie.

Welche Rolex für das Wasser?

Für Schwimmen und Urlaub am Meer ist jede Oyster-Uhr geeignet. Wer regelmäßig taucht, greift zur Submariner oder Sea-Dweller mit unidirektionaler Lünette, Triplock-Krone und einer Schließe, die sich über einem Tauchanzug verlängern lässt. Die Auswahl finden Sie unter Submariner, etwa die Submariner 124060 ohne Datum, und unter Sea-Dweller. Den Vergleich mit der GMT-Master II lesen Sie im Beitrag GMT-Master II oder Submariner.

Fazit

Die Wasserdichtheit einer Rolex ist eine Reserve, keine Garantie für jede Belastung. Schrauben Sie die Krone immer ein, meiden Sie Hitze und Hochdruck, spülen Sie nach dem Baden mit Süßwasser ab und lassen Sie die Dichtheit gelegentlich prüfen. Dann bleibt Ihre Rolex, was sie seit rund hundert Jahren ist: eine Uhr, der Wasser nichts anhaben kann.

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