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Revision und Service-Intervall: Wann Ihre Rolex zum Service sollte

Chronaro Editorial · · 4 Min. Lesezeit

Rolex Datejust 41 126333 in Gelb-Rolesor – Rückansicht mit Gehäuseboden

Eine mechanische Uhr ist eine kleine Maschine mit Hunderten von Teilen, die sich bewegen, Öle, die altern, und Dichtungen, die mit der Zeit nachgeben. Damit sie über Jahrzehnte zuverlässig läuft, braucht sie in regelmäßigen Abständen eine Revision. Wie oft, was dabei passiert und woran Sie erkennen, dass Ihre Rolex früher zum Service sollte, erklärt dieser Beitrag.

Wie oft eine Rolex zur Revision sollte

Rolex empfiehlt für seine aktuellen Uhren eine Revision in Abständen von etwa zehn Jahren. Das ist deutlich länger als bei vielen älteren Uhren und bei vielen anderen Herstellern, und es spiegelt die Fortschritte der aktuellen Werkgeneration wider: bessere Schmierstoffe, verschleißfestere Materialien, Spiralen, die gegen Magnetfelder und Temperaturschwankungen unempfindlich sind.

Die zehn Jahre sind ein Richtwert, keine Garantie. Wie lange eine Uhr ohne Revision gut läuft, hängt davon ab, wie sie getragen wird. Eine Uhr, die täglich getragen wird, häufig im Wasser ist oder Stößen ausgesetzt wird, braucht eher früher Aufmerksamkeit als eine, die in der Schublade liegt. Umgekehrt altern auch die Öle einer Uhr, die kaum getragen wird.

Bei älteren Uhren mit früheren Werkgenerationen waren kürzere Intervalle üblich. Wer eine Uhr aus Vorbesitz kauft, sollte deshalb wissen, wann die letzte Revision war.

Anzeichen, dass eine Revision früher fällig ist

Unabhängig vom Intervall sollten Sie Ihre Uhr prüfen lassen, wenn eines dieser Anzeichen auftritt:

  • Deutliche Gangabweichung. Aktuelle Rolex-Uhren sind nach dem Einschalen auf eine Genauigkeit von wenigen Sekunden pro Tag reguliert. Weicht Ihre Uhr über mehrere Tage deutlich mehr ab, ist das ein Hinweis.
  • Kurze Gangreserve. Bleibt die Uhr nach dem Ablegen deutlich früher stehen als gewohnt, kann das Werk verschmutzt oder verschlissen sein.
  • Schwergängige Krone. Lässt sich die Krone schwer ein- und ausschrauben oder fühlt sich das Aufziehen rau an, sollten Sie das prüfen lassen.
  • Feuchtigkeit unter dem Glas. Beschlägt das Glas von innen, ist sofort Handlungsbedarf. Feuchtigkeit im Werk verursacht in kurzer Zeit Korrosion.
  • Geräusche. Ein Rotor, der deutlich hörbar schleift oder klappert, gehört zum Fachmann.
  • Nach einem harten Stoß. Auch wenn die Uhr weiterläuft, kann ein Sturz Teile beschädigt haben.

Was bei einer Revision passiert

Bei einer vollständigen Revision wird die Uhr zerlegt. Das Werk wird demontiert, gereinigt, geprüft, neu geölt, zusammengesetzt und reguliert. Verschleißteile werden ersetzt. Dichtungen an Krone, Glas und Boden werden erneuert, und die Wasserdichtheit wird geprüft. Auf Wunsch werden Gehäuse und Band gereinigt und aufgearbeitet.

Am Ende wird die Uhr über mehrere Tage in verschiedenen Lagen getestet, bevor sie zurückgegeben wird. Nach einer Revision beim Hersteller erhalten Sie einen Beleg über die durchgeführten Arbeiten und eine Servicegarantie.

Aufarbeiten oder nicht?

Die Frage, ob Gehäuse und Band bei der Revision poliert werden sollen, sollten Sie bewusst beantworten. Polieren lässt eine Uhr wie neu aussehen, trägt aber jedes Mal etwas Material ab. Bei einer Alltagsuhr ist das über Jahrzehnte vertretbar. Bei einer Uhr, deren Kanten und Oberflächen Ihnen wichtig sind, oder bei einem gesammelten Modell sollten Sie darauf verzichten oder nur eine schonende Reinigung wünschen. Mehr dazu im Beitrag Service-Teile und Originalität.

Hersteller oder freie Werkstatt?

Eine Revision können Sie beim Hersteller, bei einer autorisierten Servicestelle oder bei einem freien Uhrmacher durchführen lassen. Der Hersteller und autorisierte Stellen verwenden ausschließlich Originalteile und dokumentieren die Arbeiten; das ist für Garantie und Wiederverkauf von Vorteil. Ein erfahrener freier Uhrmacher kann eine gute Arbeit leisten, hat aber nicht immer Zugang zu allen Originalteilen. Während einer laufenden Herstellergarantie sollten Sie die Uhr ausschließlich über den Hersteller oder eine autorisierte Stelle warten lassen, damit die Garantie nicht gefährdet wird.

Während der Garantiezeit

Bei aktuellen Rolex-Uhren läuft die Herstellergarantie fünf Jahre ab dem Kaufdatum auf der Garantiekarte. Tritt in dieser Zeit ein Fehler auf, der unter die Garantie fällt, wird er kostenfrei behoben. Zusätzlich gewähren wir auf Uhren, die Sie bei uns kaufen, eine eigene Garantie. Im Garantiefall organisieren wir den versicherten Versand; eine an uns gesendete Uhr ist nur versichert, wenn Sie den Versandschein von uns erhalten haben. Die Bedingungen stehen unter Garantie, mehr zur Herstellergarantie im Beitrag Rolex-Herstellergarantie.

Zwischen den Revisionen

Zwischen zwei Revisionen genügt eine einfache Pflege: regelmäßig reinigen, nach dem Baden mit Süßwasser abspülen, die Krone immer verschrauben und die Wasserdichtheit gelegentlich prüfen lassen, besonders vor einem Urlaub am Meer. Wie Sie die Uhr zu Hause reinigen, erklärt der Beitrag Rolex reinigen und pflegen.

Kosten planen

Eine Revision beim Hersteller ist eine Investition, die je nach Modell, Komplikation und Zustand unterschiedlich ausfällt. Chronographen und Uhren mit Jahreskalender sind aufwendiger als Dreizeigeruhren, Goldmodelle beim Aufarbeiten aufwendiger als Stahlmodelle. Planen Sie die Kosten über die Lebensdauer der Uhr mit ein, ähnlich wie bei einem Fahrzeug. Einen verbindlichen Kostenvoranschlag erhalten Sie von der Servicestelle nach der Prüfung Ihrer Uhr.

Fazit

Etwa alle zehn Jahre zur Revision, früher bei Gangabweichung, kurzer Gangreserve, schwergängiger Krone oder Feuchtigkeit. Lassen Sie die Uhr während der Garantie beim Hersteller warten, bewahren Sie Servicebelege auf und entscheiden Sie bewusst über das Aufarbeiten. Dann läuft Ihre Rolex über Generationen.

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