Material & Technik
Cerachrom: Warum Rolex-Lünetten aus Keramik sind
Die Lünette einer Sportuhr hat es schwer: Sie ragt über das Gehäuse, stößt an Türrahmen und Tischkanten, liegt in der Sonne und im Salzwasser. Früher waren Lünetteneinlagen aus Aluminium; sie verkratzten und verblassten mit der Zeit. Seit rund zwei Jahrzehnten setzt Rolex auf Keramik, genannt Cerachrom. Was steckt dahinter?
Was Cerachrom ist
Cerachrom ist die Bezeichnung von Rolex für Lünetteneinlagen aus Hochleistungskeramik. Keramik ist extrem hart, nahezu kratzfest und unempfindlich gegen Korrosion. Vor allem aber ist ihre Farbe beständig: Sonnenlicht, Salz- und Chlorwasser lassen sie nicht verblassen. Eine Keramiklünette sieht nach Jahren im Wesentlichen aus wie am ersten Tag.
Wie die Ziffern entstehen
Die Ziffern und Skalenstriche werden in die Keramik eingeformt und anschließend mit einer dünnen Schicht aus Platin oder Gold überzogen. Danach wird die Oberfläche poliert, sodass das Metall nur in den Vertiefungen bleibt. Das Ergebnis ist eine glatte, glänzende Oberfläche mit Ziffern, die sich nicht abnutzen.
Die Schwierigkeit mit zwei Farben
Einfarbige Keramik war die erste Herausforderung, zweifarbige die größere. Eine Lünette aus einem einzigen Stück Keramik in zwei Farben herzustellen, galt lange als kaum machbar, weil die Farbe bei der Herstellung durch die Hitze entsteht und sich nicht einfach auf eine Hälfte begrenzen lässt. Rolex entwickelte dafür ein eigenes Verfahren. Zuerst gelang Blau-Schwarz, später auch Rot-Blau — eine besondere Leistung, weil Rot in Keramik schwer zu erreichen ist. Heute gibt es bei der GMT-Master II mehrere Kombinationen; einen Überblick gibt GMT-Master II: Lünettenfarben und Kürzel.
Wo Cerachrom verwendet wird
Keramiklünetten finden Sie bei den Sportmodellen: Submariner, Sea-Dweller und Deepsea, GMT-Master II, Cosmograph Daytona und einigen Yacht-Master. Die klassischen Modelle wie die Datejust haben dagegen Metalllünetten — glatt oder geriffelt aus Gold.
Was Käufer wissen sollten
Kratzfest heißt nicht unzerbrechlich. Keramik ist hart, aber spröde. Ein harter Schlag auf die Kante kann sie absplittern lassen. Das ist selten, sollte aber bei einer Uhr aus Vorbesitz geprüft werden.
Die Farbe variiert mit dem Licht. Blau, Grün oder Rot wirken im Schatten dunkel und in der Sonne satt. Fotos geben das nur bedingt wieder.
Ersatz ist möglich. Eine beschädigte Einlage kann im Service ersetzt werden. Bei älteren Uhren achten Sie darauf, ob die Einlage original ist; Hinweise dazu gibt Aftermarket-Teile erkennen.
Keramik oder Metall?
Nicht jede Lünette sollte aus Keramik sein. Bei den klassischen Modellen gehört die geriffelte Goldlünette zum Charakter der Uhr, und eine polierte Metalllünette altert mit einer Patina, die manche Sammler schätzen. Keramik ist die Wahl für Uhren, die benutzt werden: beim Tauchen, auf Reisen, im Sport. Die Explorer II zeigt übrigens, dass Rolex auch bei Sportuhren bewusst bei Stahl bleibt — ihre feste Lünette ist graviert und schwarz ausgelegt.
Keramik im Alltag
Für den Träger ist Cerachrom vor allem eines: sorgenfrei. Die Lünette muss nicht geschont werden, sie verblasst nicht im Urlaub, und ihre Farbe bleibt über Jahrzehnte. Das ist einer der Gründe, warum moderne Rolex-Sportuhren auch nach Jahren noch frisch aussehen.
Fazit
Cerachrom macht die Lünette zum langlebigsten Teil einer Sportuhr. Die Technik ist unsichtbar, die Wirkung nicht: satte Farben, scharfe Ziffern, kein Verblassen. Beispiele aus unserem Bestand: die GMT-Master II 126710BLRO mit rot-blauer und die Submariner 126610LV mit grüner Keramiklünette. Alle GMT-Master II finden Sie unter GMT-Master II.
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