Rolex-Familien
GMT-Master II: Lünettenfarben, Kürzel und was sie bedeuten
Kaum eine Rolex wird so selten mit ihrer Referenznummer und so oft mit einem Spitznamen genannt wie die GMT-Master II. „Pepsi“, „Batman“, „Sprite“, „Root Beer“ — hinter jedem dieser Namen steckt eine bestimmte Farbkombination der Lünette. Dieser Beitrag erklärt, was die Farben bedeuten, wie Sie die Kürzel in der Referenz lesen und warum die zweifarbige Lünette mehr ist als Dekoration.
Warum die Lünette zwei Farben hat
Die GMT-Master entstand in den 1950er-Jahren als Uhr für Piloten, die auf Langstrecken mehrere Zeitzonen im Blick behalten mussten. Ihr Prinzip ist bis heute gleich: Ein zusätzlicher Zeiger umrundet das Zifferblatt einmal in 24 Stunden, und eine drehbare Lünette mit 24-Stunden-Skala zeigt, wo dieser Zeiger steht. Die beiden Farben der Lünette teilen die 24 Stunden in Tag und Nacht. Der hellere Teil steht traditionell für die Stunden von sechs bis achtzehn Uhr, der dunklere für die Nacht.
Wer mit der Uhr arbeitet, liest also auf einen Blick, ob es in der zweiten Zeitzone Tag oder Nacht ist. Das ist der Grund, warum die Lünetten zweifarbig sind — und warum jede Farbkombination ihre eigenen Anhänger hat.
Die Kürzel in der Referenz
Rolex kodiert die Lünettenfarben mit französischen Abkürzungen, die an die Referenznummer angehängt werden:
- BLRO — bleu et rouge, Blau und Rot, bekannt als „Pepsi“
- BLNR — bleu et noir, Blau und Schwarz, bekannt als „Batman“ und am Jubilé-Band oft „Batgirl“ genannt
- CHNR — chocolat et noir, Braun und Schwarz, bekannt als „Root Beer“
- VTNR — vert et noir, Grün und Schwarz, bekannt als „Sprite“
- GRNR — gris et noir, Grau und Schwarz
- LN — lunette noire, eine rein schwarze Lünette
Die Ziffern davor kodieren wie bei allen modernen Rolex das Material. Die 126710 ist Oystersteel, die 126711 Everose-Rolesor, die 126715 Everose-Gold, die 126718 Gelbgold und die 126719 Weißgold. Die 126720VTNR ist ein Sonderfall: Sie hat die Krone und das Datum auf der linken Seite und ist damit die „Linkshänder“-GMT.
In unserem Bestand finden Sie unter anderem die GMT-Master II 126710BLRO, die GMT-Master II 126710BLNR und die GMT-Master II 126720VTNR. Die Übersicht mit Preisen und Lieferzeiten steht unter GMT-Master II.
Keramik statt Aluminium
Frühere GMT-Master trugen Lünetteneinlagen aus Aluminium, deren Farben mit der Zeit verblassten. Heute verwendet Rolex Cerachrom, eine Keramik, die kratzfest und farbecht ist. Zweifarbige Keramik herzustellen ist technisch anspruchsvoll, weil beide Farben aus einem Stück bestehen und sauber aneinandergrenzen müssen. Die rot-blaue Kombination galt lange als besonders schwierig; heute gehört sie zu den bekanntesten Lünetten überhaupt.
Für Sie als Käufer heißt das: Eine Keramiklünette verändert ihre Farbe nicht, und Kratzer sind selten. Sie kann aber bei einem harten Stoß splittern. Bei Uhren aus Vorbesitz ist die Lünette deshalb ein wichtiger Prüfpunkt.
So bedienen Sie die zweite Zeitzone
Die GMT-Master II hat ein Werk, dessen Stundenzeiger sich unabhängig einstellen lässt. Das ist ihr großer praktischer Vorteil. Der Ablauf:
- Stellen Sie die Uhr zu Hause auf Ihre Heimatzeit. Der 24-Stunden-Zeiger zeigt dieselbe Zeit auf der Lünette, wenn diese auf der Nullstellung steht.
- Am Zielort schrauben Sie die Krone auf und ziehen sie in die erste Position. Mit der Krone verstellen Sie jetzt nur den Stundenzeiger, in Stundenschritten und ohne dass die Uhr anhält.
- Der 24-Stunden-Zeiger bleibt auf Ihrer Heimatzeit. Das Datum folgt der Ortszeit — auch rückwärts.
Wer eine dritte Zeitzone ablesen möchte, dreht zusätzlich die Lünette um die Stundendifferenz. Der 24-Stunden-Zeiger zeigt dann auf der Lünette die dritte Zeit an.
Das Werk
Aktuelle GMT-Master II arbeiten mit dem Kaliber 3285, einem Automatikwerk mit rund 70 Stunden Gangreserve, Chronergy-Hemmung und Parachrom-Spirale. Das Gehäuse misst 40 Millimeter und ist bis 100 Meter wasserdicht. Getragen wird die Uhr am Oyster- oder am Jubilé-Band; manche Goldausführungen gibt es am Oysterflex-Band.
Welche Farbe ist die richtige?
Eine objektive Antwort gibt es nicht, aber drei Überlegungen helfen. Erstens: Die rot-blaue Pepsi ist die bekannteste und auffälligste; sie passt gut zu legerer Kleidung und weniger gut zu einem dunklen Anzug. Zweitens: Die Batman mit Blau und Schwarz ist dezenter und vielseitiger. Drittens: Die grau-schwarze GRNR ist die zurückhaltendste Variante und wirkt fast monochrom.
Hinzu kommt die Verfügbarkeit. Die Stahlmodelle sind bei Konzessionären seit Jahren knapp; auf dem freien Markt liegen ihre Preise über dem Listenpreis, und die Unterschiede zwischen den Farben spiegeln die Nachfrage wider. Wer flexibel ist, findet oft eine Farbe, die schneller lieferbar ist.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Prüfen Sie, ob der Stundenzeiger in beiden Richtungen sauber springt, ob die Lünette in beide Richtungen mit klarem Rasten dreht und ob die Keramik unbeschädigt ist. Seriennummer und Garantiekarte müssen übereinstimmen. Wie wir jede Uhr prüfen, beschreibt die Seite Echtheit & Herkunft. Und wer zwischen GMT-Master II und Submariner schwankt, findet den direkten Vergleich im Beitrag GMT-Master II oder Submariner.
Fazit
Die Farben der GMT-Master II sind kein Selbstzweck: Sie trennen Tag und Nacht der zweiten Zeitzone. Wer die Kürzel kennt, liest aus der Referenz Material und Lünette ab. Wählen Sie die Farbe, die zu Ihrer Kleidung passt, und prüfen Sie beim Kauf Lünette, Stundenzeiger und Papiere.
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