Stahl & Gold
Weißgold oder Stahl: Zwei Uhren, die gleich aussehen und doch verschieden sind
Eine Rolex aus Weißgold und eine aus Stahl sehen sich auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich. Beide sind silbern, beide glänzen, beide passen zu jeder Kleidung. Trotzdem liegen zwischen ihnen Welten — im Gewicht, im Preis, im Tragegefühl und in der Art, wie die Uhr wahrgenommen wird. Dieser Beitrag erklärt die Unterschiede und hilft Ihnen, die richtige Wahl zu treffen.
Was Weißgold ist
Weißgold ist 18-karätiges Gold, dem Metalle beigemischt werden, die die gelbe Farbe des Feingoldes aufhellen. Das Ergebnis ist eine helle, silbrig-warme Legierung mit hohem Goldanteil. Rolex stellt seine Weißgoldlegierung selbst her, wie alle Goldlegierungen der Marke.
Stahl, bei Rolex Oystersteel genannt, ist ein Edelstahl aus der Familie 904L: korrosionsbeständig, hochglanzpolierbar und deutlich leichter als Gold. Mehr zu diesem Material lesen Sie im Beitrag Oystersteel.
Der Unterschied, den Sie sehen
Optisch sind die Unterschiede klein, aber vorhanden. Weißgold wirkt etwas wärmer und tiefer als Stahl, besonders auf polierten Flächen. Nebeneinander betrachtet, erscheint Stahl kühler und heller, Weißgold weicher. Wer die Uhren nicht direkt vergleicht, bemerkt das kaum.
Für viele Käufer ist genau das der Reiz: Eine Weißgolduhr ist ein Understatement. Sie wird im Alltag für eine Stahluhr gehalten, trägt aber den Wert und das Gewicht einer Golduhr. Das gilt besonders für Modelle, die es in beiden Materialien gibt, etwa die Daytona oder die Yacht-Master, und für die Day-Date, die in Weißgold aussieht wie eine unauffällige Dresswatch.
Der Unterschied, den Sie spüren
Der größte Unterschied liegt im Gewicht. Gold ist etwa doppelt so dicht wie Stahl. Eine Uhr mit Gehäuse und Band aus Weißgold ist deshalb spürbar schwerer als dieselbe Uhr aus Stahl. Am Handgelenk wirkt das nicht unangenehm, sondern wertig; die Uhr liegt ruhiger und fester. Wer bisher eine leichte Stahluhr getragen hat, bemerkt den Unterschied in den ersten Tagen deutlich. Nach einer Woche empfinden die meisten das zusätzliche Gewicht nicht mehr als Last, sondern als Teil des Charakters der Uhr.
Auch die Härte unterscheidet sich. Gold ist weicher als Stahl und bekommt im Alltag schneller feine Kratzer, besonders auf polierten Flächen. Das ist bei Weißgold ebenso wie bei Gelbgold und gehört zu einer getragenen Golduhr.
Der Unterschied im Preis
Eine Rolex aus Weißgold kostet ein Vielfaches derselben Uhr aus Stahl. Ein Teil davon ist Materialwert, ein Teil ist die aufwendigere Fertigung. Interessant ist, dass sich das Verhältnis auf dem freien Markt anders darstellen kann als bei den Listenpreisen: Gefragte Stahlmodelle werden häufig über dem Listenpreis gehandelt, Weißgoldmodelle näher daran. Bei manchen Referenzen ist der Abstand zwischen Stahl und Weißgold auf dem freien Markt deshalb kleiner, als man erwarten würde.
Weiß-Rolesor als Mittelweg
Zwischen reinem Stahl und massivem Weißgold liegt Weiß-Rolesor. Hier ist die Uhr aus Stahl, nur die Lünette besteht aus Weißgold. Das ist bei der Datejust die verbreitetste Variante und für viele Käufer der beste Kompromiss: Die geriffelte Weißgoldlünette glänzt heller als Stahl, das Band bleibt leicht und robust, der Preis liegt nur moderat über dem der reinen Stahlversion. Beispiele im Bestand sind die Datejust 41 in Weiß-Rolesor oder die Lady-Datejust mit Brillantlünette in Weiß-Rolesor. Mehr zu den Varianten im Beitrag Rolesor erklärt.
Modelle in Weißgold
Massives Weißgold finden Sie bei der Day-Date in beiden Größen, bei der Daytona, der Sky-Dweller, der GMT-Master II, der Submariner und der Yacht-Master sowie bei goldenen Damenmodellen. Die Referenz endet auf 9. In unserem Bestand finden Sie zum Beispiel die Day-Date 40 in Weißgold oder die Day-Date 36 in Weißgold. Eine Übersicht aller Edelmetallmodelle steht unter Rolex in Gold, Rolesor und Platin.
Was im Alltag für Stahl spricht
Stahl ist leichter, härter und unempfindlicher. Wer die Uhr beim Sport trägt, viel mit den Händen arbeitet oder eine Uhr sucht, bei der Gebrauchsspuren kein Thema sind, ist mit Stahl gut beraten. Stahluhren sind außerdem leichter zu verkaufen, weil der Kreis möglicher Käufer größer ist.
Was im Alltag für Weißgold spricht
Weißgold bietet das Tragegefühl und die Wertigkeit einer Golduhr ohne den auffälligen Glanz von Gelbgold. Es ist die diskreteste Form des Edelmetalls. Wer eine Uhr sucht, die bei jedem Anlass zurückhaltend bleibt und trotzdem etwas Besonderes ist, findet in Weißgold eine überzeugende Wahl. Wer eine empfindliche Haut hat, sollte die Legierung vor dem Kauf ärztlich abklären lassen, weil Weißgoldlegierungen je nach Zusammensetzung unterschiedlich verträglich sind.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Prüfen Sie bei Weißgolduhren, ob die Referenz auf der Garantiekarte auf 9 endet und damit zum Material passt. Bei Uhren aus Vorbesitz achten Sie auf den Zustand der polierten Flächen und darauf, ob das Gehäuse bereits aufgearbeitet wurde. Und bedenken Sie beim Versand: Eine Uhr aus Weißgold hat einen höheren Warenwert, entsprechend hoch muss die Versicherung sein. Bei uns ist jede Sendung zum vollen Warenwert versichert; die Bedingungen stehen unter Versand.
Fazit
Weißgold und Stahl sehen ähnlich aus, tragen sich aber verschieden. Stahl ist leichter, robuster und günstiger, Weißgold schwerer, wärmer und diskreter wertvoll. Weiß-Rolesor verbindet beides. Entscheiden Sie nach Tragegefühl und Einsatz — und nehmen Sie die Uhr, wenn möglich, beide Male in die Hand.
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