Stahl & Gold

Rolex in Platin: Das eisblaue Zifferblatt und was dahintersteckt

Chronaro Editorial · · 4 Min. Lesezeit

Rolex Day-Date 40 228396TBR in Platin, Zifferblatt blau – Frontansicht

Platin ist das seltenste und schwerste Material im Programm von Rolex. Die Marke verwendet es nur für wenige Modelle und kennzeichnet sie auf eine Weise, die unter Kennern sofort auffällt: mit einem eisblauen Zifferblatt. Dieser Beitrag erklärt, was Platin besonders macht, welche Modelle es in Platin gibt und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Das Material

Rolex verwendet eine Platinlegierung mit 950 Promille Feinplatin. Platin ist deutlich dichter als Gold: Eine Uhr aus Platin ist spürbar schwerer als dieselbe Uhr aus 18-karätigem Gold und etwa zweieinhalbmal so schwer wie eine aus Stahl. Es ist außerdem ein schwieriges Material für die Bearbeitung. Es ist zäh, verschmiert beim Schleifen und Polieren leicht und erfordert eigene Werkzeuge und Verfahren. Genau das macht Platinuhren aufwendig in der Herstellung.

Optisch ist Platin hell, mit einem weißen, leicht kühlen Glanz, der tiefer wirkt als Stahl. Neben Weißgold oder Stahl liegend, erkennt man den Unterschied erst bei genauem Hinsehen.

Das eisblaue Zifferblatt

Rolex hat für seine Platinuhren eine eigene Zifferblattfarbe reserviert: ein helles, kühles Blau, das unter Sammlern als Eisblau bekannt ist. Es kommt bei Stahl-, Rolesor- oder Goldmodellen nicht vor. Wer eine Rolex mit eisblauem Zifferblatt sieht, sieht deshalb in aller Regel eine Platinuhr — ein diskretes Erkennungszeichen, das nur Eingeweihte lesen.

Nicht jede Platinuhr trägt Eisblau. Bei der Day-Date gibt es Platinmodelle auch mit anderen Zifferblättern, etwa mit Diamantbesatz oder Steinzifferblättern. Umgekehrt ist Eisblau aber ein verlässlicher Hinweis auf Platin.

Modelle in Platin

Im aktuellen Programm finden Sie Platin vor allem bei zwei Familien.

Day-Date. In beiden Größen gibt es Platinmodelle, meist am President-Band. Die Referenz endet auf 6 — die Day-Date 40 in Platin trägt etwa die Referenz 228236, die Day-Date 36 die Referenz 128236. Varianten mit Diamantlünetten tragen Zusätze wie TBR. In unserem Bestand finden Sie diese Uhren unter Day-Date 40 in Platin und Day-Date 36 in Platin, etwa die Day-Date 40 mit Referenz 228236.

Daytona. Die Daytona in Platin trägt ein eisblaues Zifferblatt und eine Lünette aus braunem Cerachrom. In der aktuellen Generation hat sie zudem einen Gehäuseboden aus Saphirglas, der den Blick auf das Werk freigibt — eine Ausnahme bei Rolex. Die Übersicht steht unter Cosmograph Daytona.

Warum Platin mehr kostet

Platinuhren sind bei Rolex teurer als die entsprechenden Goldmodelle. Der Grund liegt weniger im Rohstoffpreis, der je nach Marktlage sogar unter dem von Gold liegen kann, als in der Verarbeitung. Platin ist schwieriger zu gießen, zu fräsen, zu polieren und zu fassen. Die Stückzahlen sind klein, der Ausschuss ist höher, und jede Oberfläche erfordert mehr Arbeit.

Für Käufer bedeutet das: Der Preis einer Platinuhr spiegelt vor allem Seltenheit und Handwerk wider, nicht den Materialwert allein.

Platin im Alltag

Platin verhält sich im Alltag anders als Gold. Wenn Gold verkratzt, wird Material abgetragen. Wenn Platin verkratzt, wird das Material eher verdrängt als entfernt. Über die Zeit entsteht dadurch eine feine, matte Patina auf den Oberflächen, die viele Sammler schätzen. Bei einer Revision kann sie wieder poliert werden.

Das Gewicht ist der zweite Punkt. Eine Day-Date in Platin am President-Band gehört zu den schwersten Uhren, die Rolex baut. Richtig angepasst, liegt sie ruhig und fest am Handgelenk. Wer eine leichte Uhr gewohnt ist, sollte das Gewicht bedenken. Wie Sie das Band richtig einstellen, erklärt der Beitrag Rolex-Band anpassen.

Platin ist chemisch sehr beständig und gilt als gut hautverträglich. Wasser, Schweiß und Kosmetik schaden ihm nicht, und es läuft auch nach Jahren nicht an.

Platin und Diamanten

Viele Platinmodelle der Day-Date tragen Diamanten, auf der Lünette, als Indizes oder als Pavé. Platin ist dafür ein besonders geeignetes Material: Seine helle Farbe lässt Diamanten klar erscheinen, und seine Zähigkeit hält die Fassungen sicher. Wie bei jeder besetzten Rolex gilt aber auch hier: Der Besatz muss ab Werk sein und in der Referenz stehen. Mehr dazu im Beitrag Diamanten bei Rolex.

Für wen Platin die richtige Wahl ist

Platin ist die leiseste Form von Luxus. Die Uhr sieht auf den ersten Blick aus wie Stahl oder Weißgold, trägt sich aber mit einem Gewicht und einer Präsenz, die man spürt, nicht sieht. Das eisblaue Zifferblatt ist ein Detail für Kenner. Wer eine Uhr sucht, die nicht auffällt und trotzdem das Äußerste darstellt, was Rolex fertigt, findet sie in Platin.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Prüfen Sie bei einer Platinuhr, ob die Referenz auf der Garantiekarte auf 6 endet und zum Zifferblatt passt. Ein eisblaues Zifferblatt bei einer Referenz, die nicht für Platin steht, ist ein deutliches Warnsignal. Achten Sie bei Uhren aus Vorbesitz auf die Patina der Oberflächen und darauf, ob die Uhr bereits aufgearbeitet wurde. Und rechnen Sie beim Versand mit einem entsprechend hohen Versicherungswert; bei uns ist jede Sendung zum vollen Warenwert versichert, die Bedingungen stehen unter Versand.

Fazit

Platin ist bei Rolex selten, schwer und aufwendig zu verarbeiten. Das eisblaue Zifferblatt kennzeichnet es diskret. Wer eine Platinuhr kauft, kauft Handwerk und Understatement — und sollte Referenz, Zifferblatt und Zustand besonders sorgfältig prüfen.

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