Echtheit
Seriennummer und Referenznummer: So lesen Sie die Nummern einer Rolex
Jede Rolex trägt zwei Nummern, die für Käufer entscheidend sind: die Referenznummer, die das Modell beschreibt, und die Seriennummer, die genau diese eine Uhr identifiziert. Wer beide lesen kann, erkennt auf einen Blick, ob Uhr, Garantiekarte und Angebot zusammenpassen. Dieser Beitrag erklärt, wo die Nummern stehen, was sie bedeuten und wie Sie sie beim Kauf prüfen.
Die Referenznummer: das Modell
Die Referenznummer ist die Modellbezeichnung. Sie ist für alle Uhren derselben Ausführung gleich und beschreibt Familie, Generation, Material und oft die Lünette. Bei modernen Rolex besteht sie aus fünf oder sechs Ziffern, gefolgt von einem optionalen Buchstabenkürzel.
Die Logik ist bei vielen Modellen gleich. Die ersten Ziffern stehen für Familie und Generation, die letzte Ziffer für das Material:
- 0 — Oystersteel
- 1 — Everose-Rolesor, also Stahl mit Everose-Gold
- 3 — Gelb-Rolesor, Stahl mit Gelbgold
- 4 — Weiß-Rolesor, Stahl mit Weißgold
- 5 — Everose-Gold
- 6 — Platin
- 8 — Gelbgold
- 9 — Weißgold
Ein Beispiel: Die Referenz 126334 ist eine Datejust 41 der aktuellen Generation in Weiß-Rolesor. Die Referenz 126300 ist dieselbe Uhr in Oystersteel. Und die Referenz 228238 ist eine Day-Date 40 in Gelbgold.
Die Kürzel hinter der Referenz
Buchstaben nach der Referenz beschreiben Lünette oder Besatz. Viele stammen aus dem Französischen:
- LN — lunette noire, schwarze Lünette
- LB — lunette bleue, blaue Lünette
- LV — lunette verte, grüne Lünette
- BLRO, BLNR, CHNR, VTNR, GRNR — zweifarbige Lünetten der GMT-Master II
- RBR, TBR — werkseitig mit Diamanten besetzte Lünetten
Die Bedeutung der GMT-Kürzel erklärt der Beitrag GMT-Master II: Lünetten und Kürzel. Zu den Diamantkürzeln lesen Sie mehr unter Diamanten bei Rolex.
Die Artikelnummer
Neben der Referenz gibt es bei aktuellen Modellen eine Artikelnummer, die mit einem M beginnt und mit einer vierstelligen Endung schließt, etwa M126300-0025. Sie beschreibt die exakte Kombination aus Referenz, Zifferblatt und Band. Zwei Uhren mit derselben Referenz, aber unterschiedlichem Zifferblatt, haben also unterschiedliche Artikelnummern. Auf Garantiekarten und in Katalogen begegnet Ihnen diese Nummer immer häufiger.
Die Seriennummer: die einzelne Uhr
Die Seriennummer ist einzigartig. Sie identifiziert genau eine Uhr und verbindet sie mit ihrer Garantiekarte, ihrem Erstverkauf und jeder späteren Revision beim Hersteller.
Wo die Seriennummer steht, hängt vom Alter der Uhr ab. Bei aktuellen Modellen ist sie auf dem Rehaut eingraviert, dem inneren Ring zwischen Zifferblatt und Glas, bei sechs Uhr. Sie ist mit bloßem Auge lesbar, eine Lupe hilft. Bei älteren Modellen sitzt sie zwischen den Bandanstößen bei sechs Uhr und ist nur bei abgenommenem Band sichtbar. In einer Übergangszeit tragen manche Uhren die Nummer an beiden Stellen.
Bis etwa 2010 ließ sich aus der Seriennummer grob das Produktionsjahr ablesen, weil Rolex die Nummern fortlaufend mit wechselnden Buchstabenpräfixen vergab. Seither sind Seriennummern zufällig vergeben. Das Alter einer jüngeren Uhr ergibt sich deshalb aus dem Kaufdatum auf der Garantiekarte, nicht aus der Nummer selbst.
Wo die Referenz auf der Uhr steht
Die Referenz ist bei den meisten Modellen zwischen den Bandanstößen bei zwölf Uhr eingraviert und nur bei abgenommenem Band sichtbar. Im Alltag lesen Sie sie deshalb von der Garantiekarte oder der Rechnung ab. Bei einer Prüfung vor dem Kauf wird das Band abgenommen und die Gravur mit den Papieren verglichen.
So prüfen Sie beim Kauf
Beim Kauf einer Rolex gleichen Sie drei Angaben ab:
- Seriennummer auf dem Rehaut mit der Seriennummer auf der Garantiekarte. Sie müssen Zeichen für Zeichen übereinstimmen.
- Referenz auf der Karte mit der Uhr selbst. Material, Lünette und Größe müssen passen.
- Kaufdatum auf der Karte mit dem Produktionszeitraum der Referenz. Eine Referenz kann nicht vor ihrer Markteinführung verkauft worden sein.
Stimmen alle drei, ist das ein gutes Zeichen, aber noch kein Beweis. Seriennummern werden auf Fälschungen kopiert, und echte Karten können einer falschen Uhr beigelegt werden. Die Uhr selbst muss in jedem Fall geprüft werden. Unsere Checkliste dazu finden Sie im Beitrag Rolex auf Echtheit prüfen.
Warum ein seriöser Händler die Seriennummer nennt
Ein seriöser Verkäufer nennt Ihnen die Seriennummer vor dem Kauf oder spätestens auf der Rechnung. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, sie in Datenbanken für gestohlene Uhren abfragen zu lassen und später jederzeit nachzuweisen, welche Uhr Sie gekauft haben. Auf unseren Rechnungen steht die Seriennummer jeder Uhr. Vor dem Versand gleichen wir Seriennummer, Referenz und Garantiekarte ab; das Ergebnis steht im Prüfprotokoll. Den Ablauf beschreibt die Seite Echtheit & Herkunft.
Nummern im Servicefall
Bei jeder Revision beim Hersteller wird die Seriennummer erfasst. Dadurch entsteht über die Jahre eine Servicehistorie, die an die Uhr gebunden ist, nicht an ihren Besitzer. Bewahren Sie Servicebelege deshalb zusammen mit der Garantiekarte auf. Werden bei einer Revision Teile getauscht, etwa ein Zifferblatt oder eine Lünette, steht das auf dem Beleg — ein wichtiger Nachweis für den Originalzustand. Mehr dazu im Beitrag Service-Teile und Originalität.
Datenschutz und Seriennummer
Veröffentlichen Sie die Seriennummer Ihrer Uhr nicht in sozialen Netzwerken oder auf Verkaufsplattformen. Sie ist ein Identifikationsmerkmal, das Fälscher kopieren können, um einer falschen Uhr eine echte Nummer zu geben. Beim privaten Verkauf nennen Sie sie erst einem ernsthaften Interessenten, idealerweise gemeinsam mit einer Kopie der Karte.
Fazit
Die Referenz beschreibt das Modell, die Seriennummer die einzelne Uhr. Die letzte Ziffer der Referenz verrät das Material, die Kürzel die Lünette. Prüfen Sie beim Kauf, dass Seriennummer, Referenz und Datum zusammenpassen — und lassen Sie sich die Seriennummer auf der Rechnung bestätigen.
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